Tod durch Komasaufen

Der Jugendliche, der vor ungefähr einem Monat nach einer "Flatrateparty" ins Koma gefallen war, ist gestorben.  Laut Berichten soll er 50 tequila getrunken haben, wobei die Quellen wohl nicht ganz sicher zu sein scheinen. Letztendlich ist es ja auch nicht relevant ob es 50 oder 30 waren - vielmehr stellt sich da die Frage, wie kann so etwas passieren. Natürlich gibt es schon seit ewigkeiten Leute, die Alkoholprobleme haben und auch daran sterben, aber dann eher an den Langzeitfolgen, was die Sache natürlich nicht besser macht. Aber dass sich jemand sozusagen auf einer Party zu Tode trinkt, davon habe ich noch nie zuvor gehört.

Jetzt habe ich vorher in den Nachrichten gesehen, dass es Diskotheken gibt, die auf ihrer Homepage speziell Minderjährige ansprechen und zu ihren Partys locken. Dabei hilft ein Formular, was heruntergeladen werden kann und mit dessen Hilfe die Eltern die Aufsichtspflicht über ihre Kinder auf eine beliebige volljährige Person übertragen können. Wer macht von sowas Gebrauch? Wie kann so etwas denn zulässig sein?
Auch ich habe als gerade Erwachsener vielleicht mal zu viel getrunken, aber das, was man da in letzter Zeit in den Medien hört, scheint mir ein ganz neues Ausmaß zu sein.

Die Fragen, die sich mir da förmlich aufdrängen: Wo sind da die Eltern? Was machen die Wirte und Diskobetreiber?

Ich bin gespannt, welche neuen Erlässe und verschärften Beschränkungen die Politik hervor bringen wird. Meiner Meinung nach muss dieser Form der Selbstzerstörung sofort Einhalt geboten werden und die Verantwortlichen sollten über Begriffe wie Moral und Jugendschutz nachdenken... 

4 Kommentare 29.3.07 19:29, kommentieren

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Michael Jordan

In dieser Kategorie möchte ich gerne ein wenig über den Sport reden. Und den ersten Eintrag in dieser Kategorie möchte ich gerne dem Sportler widmen, der mich als Jugendlicher und junger Erwachsener am meisten inspiriert hat: Michael "Air" Jordan, auch "His Airness" genannt, mit der legendären Rückennummer 23. Die Zeit vergeht schnell und heutzutage ist der Name dieses Ausnahmebasketballers vielleicht gar nicht mehr jedem (jüngeren Basketballfan) geläufig. Heute gibt es eben andere Stars in diesem sport, wie z.B. "The German Wunderkind" Dirk Nowitzki. Aber als ich im Alter von ca 14 bis 19 war, hing bestimmt in vielen Zimmern von Basketballfans ein Poster von Michael Jordan. So auch in meinem. Zum Basketball kam ich über den Sportunterricht in der Schule, wo ich merkte, dass mir diese Sportart besonders lag. Nicht, dass ich in Sport schlecht gewesen wäre, aber Basketball war die Sportart, in der ich mich so richtig verwirklichen konnte. So kam es, dass ich zusammen mit Freunden eine alte Felge von einem Kinderfahrrad an eine Latte nagelte und diese wiederum an den Zaun vorm Haus. Nicht besonders originalgetreu aber immerhin ein Ring, durch den man einen Ball werfen konnte. Das Baseketballfieber erfasste immer mehr Bekannte und Freunde und so entstand mit Hilfe eines handwerklich geschickten Nachbarn ein besserer Basketballkorb: Ein dickes Vierkantholz einzementiert in vier alte Autoreifen. Oben dran ein Brett und ein richtiger Korb. Der Vorteil von dieser Konstruktion war, dass man sie bewegen konnte. Somit war man nicht mehr auf den Jägerzaun angewiesen und lief nicht mehr Gefahr, sich daran aufzuspießen, wenn man mal zu viel Schwung hatte. Bald kamen fast täglich viele Freunde in die Straße und wir lieferten uns grandiose Basektball- bzw. Streetballschlachten. Wann immer möglich verfolgte ich die Profiliga in den USA (NBA) entweder auf dem DSF oder zumindest die Ergebnisse bei CNN. Wie gesagt, Michael Jordan, der damals in seiner Hochphase bei den Chicago Bulls spielte, war mein absolutes Vorbild, wie das vieler anderer bestimmt auch. Ich war beeindruckt von seinen Bewegungen, seiner Sprungkraft und der Fähigkeit "blinde" Pässe zu spielen. Nach jedem Spiel seiner Mannschaft, dass ich mir angeschaut habe, war ich so was von aufgeputscht, als hätte ich Kaffeepulver gegessen. Jeden Tag nach dem Mittagessen oder wochenends den ganzen Tag ging ich so oft wie möglich raus auf die Straße, um Würfe, Krobleger und Tribblings zu üben. Nur im Winter war es schwer möglich aber sobald die Straße frei von Schnee war, wurde wieder gespielt. Leider gelangen mir, obwohl ich recht leicht war, nur selten Dunkings. Da haben wir dann meist ein bisschen geschummelt und sind auf die Autoreifen gesprungen, um uns von da aus weiter abzustoßen. Im Verein habe ich nie gespielt, weil es mir nur um das Spiel, nicht um sportliche Erfolge ging. Trotzdem war ein gewisser Ehrgeiz natürlich vorhanden und so war die Freude groß als ich für eine Mannschaft unserer Schule für "Jugend trainiert für Olympia" nachnominiert wurde. Irgendwann war dann die Schulzeit zu Ende und der Korb war vom Wetter ganz schön in Mitleidenschaft gezogen worden. Als das Sturmtief Lothar ihm endgültig den Todeshieb versetzte, waren die Basketballduelle in unserer Straße schon eine Weile Geschichte.

Das ist nun auch schon wieder eine ganze Weile her und nachdem Michael Jordan den Sport an den Nagel gehängt hatte und andere Dinge wie Ausbildung usw. mehr Aufmerksamkeit erforderten, wuchs sozusagen Gras über diese Zeit. Ab und an stoplere ich über ein Foto oder man schwelgt in diesen Erinnerungen bei Klassentreffen. Und manchmal nach dem Sportunterricht, wenn meine Klasse auf dem Heimweg ist, kann ich es nicht lassen und ich werfe noch ein paar Körbe.

Kürzlich machte mich ein Freund darauf aufmerksam, dass MJ gerade in Deutschland sei, um seine neuen Sportschuhe zu promoten. Als ich den entsprechenden Bericht im Internet las, war das fast wie eine Zeitreise. Letztens bin ich bei Youtube über ein paar Videos gestoßen, die mich daran erinnert haben, warum mich dieser Sportler so fasziniert hat. Eines stelle ich hier mit ein:

3 Kommentare 27.3.07 17:57, kommentieren

Dr. House

Zwischendurch schiebe ich hier mal eine Serie ein, die recht aktuell ist und die ich selbst noch gar nicht lange kenne. Aber schon nach einer Folge habe ich sie in mein Serienwochenprogramm aufgenommen.

DR. House ist ein Spezialist für seltene Erkrankungen und versucht mit seinem Team diesen auf den Grund zu gehen und seine Patienten so zu retten. Dabei ist er im Umgang mit Menschen nicht gerade zimperlich. Wegen einer Erkrankung im Bein humpelt er, ist von Schmerzmitteln abhängig, mürrisch und so einfühlsam wie eine Schneeschaufel. Er ist zynisch und sprüht vor Ironie aber trotzdem tut er alles, um seine Patienten zu retten. Die Serie greift immer wieder auch äußerst menschliche Probleme auf und auch wenn HOUSE die Hauptperson ist, gibt es fast in jeder Folge auch noch Rahmenhandlungen mit anderen Charakteren.

Interessanterweise gilt die Serie nach den Beschreibungen der Sender bzw. bei Wikipedia nicht als Pendant zu anderen bekannten medizinischen Serien wie Emergency Room, Grey's Anatomy oder CSI, sondern die Parallelen sind wohl eher bei Sherlock Holmes zu suchen.

Und nun für alle, die ihn noch nicht kennen hier ein kleiner Ausschnitt, in dem er sich auf unkonventionelle Art selbst vorstellt:

2 Kommentare 25.3.07 14:12, kommentieren

8 Minuten 26 Sekunden zum Träumen

Für alle, die am heutigen Sonntag vielleicht noch etwas müde sind von der Zeitumstellung oder aber einfach nur (mit ihren Liebsten) eine ruhige Kugel schieben wollen hier ein Song von SADE zum Träumen:

Smooth Operator viel Spaß beim Träumen!

3 Kommentare 25.3.07 13:45, kommentieren

Hoffnung für Afghanistan?

Auf einem meiner Lieblingssender, nämlich Phoenix, habe ich vor zwei Tagen eine Reportage über Afghanistan angeschaut. Städte, deren Namen man sonst eher in Kriegsmeldungen zu hören bekommt, wie Dschalalabad, Kundus und Kandahar und natürlich die Hauptstadt Kabul, wurden von einem Fernsehteam besucht und trotz aller Armut, Zerstörung und scheinbarer Hoffnungslosigkeit, bekam man auch Bilder zu sehen, die zumindest ein wenig Hoffnung wecken. Besonders beachtlich fand ich das Engagement des ehemaligen deutschen Feldarztes Reinhard Erös, der für "Kinderhilfe Afghanistan" Schulen in Städten und Provinzen baut - auch in der Nähe der Festung Tora Bora, wo sich einst Osama Bin Laden versteckte. 15 Schulen hat der Deutsche bereits eröffnet und die Nachfrage ist groß. Kinder nehmen dreistündige Fußmärsche auf sich, um eine Schule zu besuchen und auch die Eltern haben die Hoffnung, dass die Kinder durch den Schulbesuch eine bessere Zukunft haben werden. Ebenfalls erstaunlich war eine Mädchenschule, die ganz modern ausgestattet wurde. Sie bekam eine Photovoltaikanlage und Solarzellen aufs Dach, über die ein moderner Computerraum mit Strom versorgt wird. Besonders mutig von Erös erscheint es mir, dass er immer wieder mit den Taliban verhandelt, um unbehelligt die Schulen bauen zu können. Wie er sie überzeugt ist mir nicht klar, denn eigentlich tolerieren die Taliban nach eigener Aussage keine weltlichen Schulen. Die Taliban dulden nur Koranschulen und so kam es schon allein in den letzten Monaten zu über dreihundert Angriffen auf Schulen. Ganz besonders gefährdet sind dabei Mädchen, die Schulen besuchen, da dies wohl gar nicht in das traditionelle Bild der Taliban passt. Umso erstaunlicher, dass sie Erös gewähren lassen. In einem Interview, dass an der Taliban Universität in Pakistan stattfand, äußerte ein Führer außerdem, dass humanitäre Hilfe willkommen sei (z.B. Wiederaufbau, medizinische Versorgung) aber alle Truppen, die mit den USA kooperieren als Feinde eingestuft werden. Dies war auch als Warnung an die deutschen Truppen zu verstehen. Die Taliban haben ja bekanntlich eine radikale Auslegung des Islam. Dem entgegen steht ein Großteil der  afghanischen Bevölkerung, der dem  gemäßigten  Islam angehört und  der  gegenüber dem  Kamerateam sehr freundlich und offen war.  Auch wenn die bisherigen  kleinen Erfolge der Hilfsorganisationen ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein scheinen und die Lage in Afghanistan wegen den Taliban sehr unsicher ist, so scheint es doch bei vielen Menschen der Bevölkerung ein Fünkchen Hoffnung zu geben.

 

1 Kommentar 25.3.07 13:35, kommentieren

Nachtrag

Ich habe mich entschieden: Ich werde nicht mit zur Beerdigung meiner Tante mitfahren. Gestern habe ich das meiner Familie mitgeteilt und jeder hatte dafür Verständnis. Ich bin froh, dass ich zu einer Entscheidung gekommen bin. Ich habe mir überelgt, aus welchen Gründen ich mitgefahren wäre und kam zu dem Entschluss, dass es nicht die Gründe gewesen wären, aus denen man eigentlich zu einer Beerdigung gehen sollte. Ich bin natürlich trotzdem traurig, dass meine Tante gestorben ist, aber auch wenn ich an ihrem Grab stehen würde, würde es nichts an den Umständen ändern. Und nur aufgrund gruppendynamischer Prozesse dort zu sein, wäre einfach nicht richtig. So kann ich mich auf meine eigene Art von ihr verabschieden. Hinzu kommen natürlich auch die organisatorischen Schwierigkeiten, die beruflich bestanden hätten.

Meine älteste Schwester hat einen ziemlich krassen Gedanken formuliert, den ich zugegebenermaßen auch schon hatte: Sie hat mir gesagt, dass sie ein Stück weit froh ist, dass ich nicht mitkomme. So wäre noch jemand "da" falls Ihnen unterwegs etwas zustoßen sollte, der sich um die Jungs kümmern könnte (meine beiden Schwestern haben ingesamt vier Söhne), schließlich sitzt ja fast die ganze Familie in einem Auto. Aber auch wenn man es in der Tat nicht ausschließen kann, beschäftige ich mich mit diesem Gedanken erstmal nicht. 

Ich fühle mich jedenfalls besser, dass die Entscheidung gefallen ist und am Montag werde ich sicher viel an meine Familie denken. 

2 Kommentare 24.3.07 15:56, kommentieren

Entscheidungen

Ich muss mich entscheiden, ob ich am Montag mit meinen Eltern, meinen Schwestern und deren Männern zur Beerdigung meiner Tante fahre. Wären die Umstände nicht so kompliziert, wäre es eine leichte Entscheidung. Ich würde mitfahren.

Aber es ist kompliziert. Es fängt schon damit an, dass ich am Montag nicht einfach so von der Schule wegbleiben kann. Mein Unterricht, der ausfallen würde müsste nachgeholt werden. Das Problem ist aber , dass aufgrund dessen, dass die Klassen oder ich z.T. auch nachmittags Unterricht bzw, andere verbindliche Termine haben, ein Termin für Nachholunterricht kaum zu finden wäre. Meine Chefin hat lange alles durchdacht, überlegt, wie es machbar wäre, aber wir bekommen es einfach nicht ganz hin. Einfach gehen lassen kann sie mich nicht. Da könnte sie Probleme bekommen. Mich einfach krank melden will ich nicht, da wir eh schon knapp besetzt sind und meine Kollegen eh schon immer viel für einander (also auch für mich) tun und getan haben. Außerdem haben wir momentan auch noch ein paar kranke Kollegen. Hinzu kommt, dass ich mir gar nicht ganz sicher bin, ob ich unbedingt hinfahren will, oder ob ich mich viel mehr dazu gezwungen fühle. Ich muss nicht unbedingt mit vielen anderen Menschen am Grab stehen, um Abschied zu nehmen. Da kann ich das eh nicht so machen, wie ich es tun würde wenn ich allein wäre. Das heißt nicht, dass ich nicht traurig bin, aber es ist einfach nicht mein Ding, in "großer Runde" zu trauern - sowas mache ich lieber mit mir selber aus. Mein Vater hat gesagt, niemand würde es mir verübeln, wenn ich nicht mitkäme. Trotzdem denke ich, dass es meine Familie von mir erwartet. Mir ist oftmals egal, welche Erwartungen man an mich hat bzw. was man über mich denkt - aber wenn es sich dabei um die eigene Familie handelt, liegt die Sache halt nochmal anders. Es ist alles nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn man selber nicht weiß, was man eigentlich fühlt und will. Ich muss zugeben, dass ist eine neue Erfahrung für mich.

Nunja, wenn ich morgen nicht noch was wegen dem nachzuholenden Unterricht ausknobeln kann, wird mir die Entscheidung abgenommen. Vermutlich gibt es da kein richtig oder falsch - egal wie, ich werde so oder so kein richtig gutes Gefühl haben... Von daher, kann ich auch wieder etwas ruhiger an die Sache gehen, weil meine Erwartungen an meine Entscheidung ja somit nicht allzu hoch sein können. Es wird kommen, wie es soll. Trotzdem bin ich froh, wenn der Montag vorbei ist und ich mir meine Gehirnwindungen deswegen nicht mehr zu verknoten brauche.

 

 

1 Kommentar 21.3.07 21:38, kommentieren