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Zurück im Blog

Nach längerer Schreibpause möchte ich mich endlich wieder zurückmelden hier im Blog. In den letzten Wochen habe ich einiges erlebt bzw. gesehen, an dem ich euch hier Teil haben lassen will. Ich habe auch immer wieder mal den einen oder anderen Blog gelesen und ganz selten auch einen kommentar geschrieben aber obwohl ich doch einiges hätte loswerden wollen, hat es sich aus verschiedenen Gründen nicht so ergeben.

Als erstes möchte ich hier noch einen Nachtrag zu der BBC Exclusiv - Reihe schreiben, über die ich mich vor einiger Zeit schon einmal geäußert habe:

Heiraten für Anfänger oder: ein Mann für Sally

Zum Abschluss dieser Reihe zog Sally ein Fazit: Sie hatte über einen Zeitraum von 70 Tagen 70 Dates, d.h. jeden Tag ein Date. Diese Statistik finde ich recht beeindruckend. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das positiv ist: Auch wenn man aktiv bei der Partnersuche ist, was ja an sich schon richtig ist, wenn man sein Singledasein beenden will, kann man es auch übertreiben, oder?! Es erscheint mir doch irgendwie oberflächlich, wenn man sich in so kurzer Zeit mit so vielen potenziellen Partnern trifft. Wie kann man denn da auch nur ansatzweise ein Gespür bekommen, welcher Dating-Partner eventuell der richtige sein könnte? Die Frage ist für mich auch zu welchem Ergebnis das führt! Bei Sally, die zum Abschluss ihrer "Jagd" eine Party für alle veranstaltet, die in irgendeiner Weise mit ihrem Vorhaben zu tun hatten (Männer, mit denen sie sich getroffen hat, professionelle Berater, FreundInnen), scheint es jedenfalls nicht zu einem besonders positiven Ausgang gekommen zu sein: In ihrer Ansprache an die Gäste der Party verkündete sie, dass sie noch nicht wisse, wer der Glückliche ihrer Wahl ist. War dann alles umsonst? Auch auf die Idee zu kommen, eine solche Party zu veranstalten, finde ich merkwürdig. Angenommen, Sally hätte eine Entscheidung für einen der Männer getroffen - wie hätten sich dann die anderen gefühlt? Und andererseits muss ich mir die Frage stellen, was sind das für Männer die auf diese Party gehen? Wenn ich ehrlich bin, wäre ich nicht dahin gegangen, das hätte mein Stolz mir verboten. Schließlich bin ich keine Ware auf einem Markt und froh, wenn sich jemand für mich entscheidet. Vielleicht sind meine Ansichten antiquiert? Konservativ? Fehlt mir vielleicht der nötige Humor? Wie dem auch sei, so was würde ich nicht mitmachen - auch wenn ich Sally in den Beiträgen eigentlich als recht sympathisch wahrgenommen habe...

 

3 Kommentare 1.3.07 17:15, kommentieren



Dysmorphophobie

In der letzten Ausgabe von BBC - Exclusiv, die ich gesehen habe, ging es um ein für mich erschütterndes Thema von dem ich bis dahin noch nie in diesem Ausmaß gehört hatte: Dysmorphophobie. Menschen, die darunter leiden, glauben fest daran, durch ein körperliches Merkmal entstellt zu sein. In der Regel ist die vermeintliche Entstellung für andere nicht wahrnehmbar, bzw. gar nicht vorhanden. Die Sendung begleitete einige Personen, die darunter leiden und ich konnte es gar nicht fassen, dass es Menschen gibt, die dermaßen von der Angst besessen sind, hässlich zu sein. Gezeigt wurde z.B. eine wirklich attraktive Frau, die sich nicht traute ungeschminkt auf die Straße zu gehen, geschweige denn zum Einkaufen. Eine andere Frau war auf den Gedanken fixiert, dass ihre Nase hässlich sei, weshalb sie sich bereits sieben Mal einer Operation unterzogen hatte. Auch ein junger Mann wurde gezeigt, der es nicht wagte, ohne seine Sonnebrille aus dem Haus zu gehen, weil er überzeugt war, dass er hässliche Augenringe habe. Selbstredend durfte der Kameramann die Betroffenen nicht zeigen oder nur, wenn sie ihre entsprechenden Schutzmechanismen angewendet hatten (z.B. Sonnenbrille oder Make Up). Im Rahmen einer Therapie wollten sich die drei ihrer Krankheit stellen. Die hübsche Frau, die sich nicht ohne Schminke außerhalb ihrer vier Wände bewegen wollte, war dabei am erfolgreichsten und schaffte es sogar zu einem wichtigen Geschäftsmeeting ungeschminkt zu gehen und dieses erfolgreich hinter sich zu bringen. Sie zeigte ich dann auch dem Kameramann und war überglücklich. Auch der Mann mit der Sonnenbrille, schaffte es zumindest zeitweise auf seine Brille zu verzichten. Sein größter Erfolg: Ein öffentlicher Auftritt zusammen mit seiner Schwester. Auch er bemerkte, dass ihn niemand komisch anschaute. Die Frau mit den Gesichtsoperationen schaffte es zumindest im Rahmen des Beitrages leider nicht sich auch nur zu einer Beratung zu begeben. Nach ihrer letzten OP war sie zwar anfänglich recht zufrieden mit sich, erlitt aber schon kurze Zeit später einen Rückfall.

Natürlich kenne ich den Schlankheitswahn, der immer öfter vor allem bei jungen Mädchen um sich greift, weil sie glauben sie seien zu dick. Dabei vergleichen sie sich leider häufig mit den "Magermodels", die heutzutage oft auf den Werbeplakaten großer Modehäuser und auf den Laufstegen zu sehen sind. Sind die von den Medien z.T. propagierten Schönheitsmerkmale allein Schuld an diesen Essstörungen? Und sind sie auch der Grund für Dysmorphophobie? Oder gibt es dafür noch andere Gründe? Gibt es noch sowas wie natürliche Schönheit? Schiller spricht in seinen Briefen über die ästhetische Erziehung von natürlicher Schönheit des Körpers. Ich finde man muss gar nicht so genau hinschauen, um hübsche Menschen zu sehen. Da reicht schon ein Einkauf im Supermarkt und ich wette, man(n) trifft jemanden, der ihn allein durch seine Natürlichkeit in den Bann zieht. Also ich würde mir wünschen, dass sich die Gesellschaft wieder mehr auf Natürlichkeit besinnt. Meiner Meinung nach kann man an jedem Menschen und in seiner Persönlichkeit etwas Schönes finden.

3 Kommentare 2.3.07 20:32, kommentieren

Just another manic monday???

Eigentlich hasse ich Montage. Dieser Wochentag ist prädestiniert für kleine, mittlere und große unangenehme Überraschungen.

Normalerweise habe ich schon sonntags einen leichten Blues und wenig Motivation, mich in die Woche zu stürzen.

Aber es gibt auch manchmal Montage, die laufen ganz passabel, teilweise sogar richtig gut. Ich bin dann geneigt mich zu fragen: "Okay, wann kommt der Haken?"

Dann warte ich die ganze Woche auf das dicke Ende. Manchmal kommt eins, manchmal auch nicht. Also warum freue ich mich nicht einfach darüber, dass der Montag einfach gut gelaufen ist. so wie heute! Na gut, das Wetter heute Morgen war düster, unangenehm und ungemütlich. Aber es gab keine bösen Überraschungen bei der Arbeit, alles lief einigermaßen rund, die Zeit ging zügig 'rum und das Wetter wurde auch besser.

Bin gespannt, was die Woche noch so bringt. Ich grüße alle die heute auch nen schönen Wochenanfang hatten und wünsche allen, die heute eher einen schlechten Tag hinter sich gebracht haben, dass der Rest der Woche dafür umso besser wird!

2 Kommentare 5.3.07 17:16, kommentieren

Wenn man vom Teufel spricht

Tja, am Montag hab ich noch davon geschrieben - immer wenn der Montag sehr gut läuft, warte ich auf den Haken. Dieses Mal musste ich gar nicht sooo lange warten: Am Dienstag Morgen kam ich in die Schule und wurde mit der Nachricht überrascht, dass eine Kollegin krank sei und wir drei übrigen im Nebengebäude, das auffangen müssten. Also die erste Stunde mit zwei Klassen, da eine Kollegin auf Ausflug war und die andere erst zur zweiten Stunde kam. Dann 2 Stunden bevor meine Klasse Schulschluss hatte, merkte ich, wie mir schlagartig der Hals anschwoll, sich Kopfweh breit machte und ich auf einmal total schlapp wurde. Also bin ich möglichst schnell nach Hause. Ich dachte, was so schnell kommt, geht vielleicht auch schnell wieder und deshalb habe ich mich gleich hingelegt, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Aber als ich abends deutlich über 39° Fieber hatte, habe ich mich gleich krank gemeldet. Der Arztbesuch am nächsten Tag brachte das Ergebnis Angina. Der Rest der Woche war also gelaufen und meine Tage verliefen nach dem Schema schlafen, Tee trinken, Tabletten nicht vergessen und wieder schlafen. Langsam wirds wieder besser aber ich denke mal, das Wochenende muss noch dran glauben.

Ich hasse es, zu Hause bleiben zu müssen: Erstens mag ich es nicht, die KollegInnen hängen zu lassen, zweitens lass ich nicht gern meine Klasse allein und drittens hänge ich nicht gern tagelang auf dem Sofa rum und tue nichts. Naja, anders gings diesmal halt nicht. Ich hoffe nächste Woche gehts wieder...

Wenn das mal nicht Ironie des Schicksals war, nach dem Eintrag vom Montag....

2 Kommentare 9.3.07 20:06, kommentieren

Blick aus dem Fenster

Was ich an meiner Wohnung besonders mag, ist die Aussicht aus dem Küchen- bzw. dem Schlafzimmerfenster. Da sieht man ein kleines Schloss, erbaut vom württembergischen Herzog Carl - Eugen, in dem heute Tierärzte ihren Sitz haben. Ratet mal, auf welche Tiere sie spezialisiert sind!

Kaum zu glauben, dass praktisch nebenan der Stuttgarter Flughafen ist...

5 Kommentare 10.3.07 10:41, kommentieren

Werden Frauen benachteiligt?

Anlässlich des Weltfrauentages letzte Woche, aber auch aufgrund verschiedener Gespräche und Kommentare, und nicht zuletzt wegen der Diskussion in der Öffentlichkeit habe ich mich gefragt, ob es den Frauen wirklich so schlecht geht in Europa, speziell in Deutschland.

Ich kenne keine Frau persönlich, die im Vergleich zu Männern innerhalb der Gesellschaft benachteiligt ist. Dennoch höre und sehe ich im Fernsehen immer wieder Debatten, die sich genau um diesen Punkt drehen. Die Tatsache, dass es früher nicht so war, halte ich für unbestritten. Aber die Frauen haben im Zuge der Emanzipation vieles erreicht und das finde ich auch gut so. Aber ist es denn heute wirklich auch noch so schlecht um die Gleichberechtigung bestellt? Diese Frage stelle ich mir wirklich und aus dem was ich so erlebe, scheint es mir nicht so zu sein. Es mag sicherlich den einen oder anderen Bereich geben, wo Frauen eventuell anders behandelt werden als Männer. Aber auch umgekehrte Situationen gibt es heute. Erst letzens wurde ein Urteil gesprochen, dass ein Mann keine heimlichen Vaterschaftstests durchführen lassen darf, auch dann nicht, wenn der Mann begründete Zweifel an einer Vaterschaft hat. Hat ein Mann kein Recht darauf zu wissen ob er der leibliche Vater ist? Ein anderes Beispiel: Männer müssen Wehr- oder Zivildienst leisten, Frauen dürfen, wenn sie wollen. Versteht mich nicht falsch, ich fühle mich wohl und nicht von irgendwem unterdrückt, aber wenn Gleichberechtigung dann bitte schön überall.

Wenn es tatsächlich schwerwiegende Benachteiligungen geben sollte, dann fände ich es schon gerecht, daran etwas zu ändern. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Frauen (und ich lege Wert darauf zu betonen, dass ich das nicht verallgemeinern möchte), sich regelrecht auf "die Männer" eingeschossen haben. So habe ich zu Studienzeiten einen Semestergottesdienst erlebt, der von einer evangelischen Pfarrerin abgehalten wurde. In ihrer Predigt ging es darum wie böse und schlecht die Männer waren und sind. Ich dachte erst, dass ich da irgendwas falsch verstanden habe, aber nachdem ich mich mit anderen Studenten und auch Studentinnen ausgetauscht hatte, war mir klar, dass ich nichts falsch verstanden habe. Ich konnte sogar beobachten, wie einige Studenten nach der Predigt zur Pfarrerin gegangen sind und sich aus Protest bei ihr dafür entschuldigt haben, ein Mann zu sein. Also so was geht ja wohl gar nicht. Und ich bin es leid, ständig solche Kampagnen in den Medien zu beobachten, in denen propagiert wird, dass "die Männer" Frauen schlecht behandeln.

Ich möchte keineswegs in Abrede stellen, dass es Frauen gibt, die durch einen Mann schlecht behandelt oder benachteiligt wurden. Aber das gibt es anders herum genauso. In anderen Ländern muss bestimmt noch einiges getan werden aber hier bei uns, so finde ich zumindest, ist eine Ausgewogenheit erreicht.

Ich bin schon sehr gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

5 Kommentare 11.3.07 16:22, kommentieren

Netter Empfang

Nachdem ich ja die letzten drei Arbeitstage nicht zur Arbeit gehen konnte, war heute wieder mein erster Tag in der Schule. Mit unterschwelliger Nervosität bin ich früher als sonst zur Schule gefahren, um zu schauen, was alles in meiner Abwesenheit geschafft wurde.

Da ich noch nicht 100%-ig fit bin hatte ich mir vorgenommen, allem sehr gelassen zu begegnen, auch wenn einzelne Situationen schnell stressig werden können.

Dann nach einer Stunde in einer anderen Klasse, kamen meine Erstklässler und da gings mir doch gleich noch mal besser. Strahlend kamen sie herein, ich hörte schon Weitem "Er ist wieder da" oder einen trockenen Kommentar, der mir aber mit einem Lächeln serviert wurde: "Na endlich!"

In solchen Momenten weiß ich wieder, warum ich diesen Job mache...

Schade, dass ich hier nichts oder nur gaaanz wenig von meinem Arbeitsalltag schreiben darf, wenngleich es natürlich sinnvoll ist.

7 Kommentare 12.3.07 20:07, kommentieren