Tod durch Komasaufen

Der Jugendliche, der vor ungefähr einem Monat nach einer "Flatrateparty" ins Koma gefallen war, ist gestorben.  Laut Berichten soll er 50 tequila getrunken haben, wobei die Quellen wohl nicht ganz sicher zu sein scheinen. Letztendlich ist es ja auch nicht relevant ob es 50 oder 30 waren - vielmehr stellt sich da die Frage, wie kann so etwas passieren. Natürlich gibt es schon seit ewigkeiten Leute, die Alkoholprobleme haben und auch daran sterben, aber dann eher an den Langzeitfolgen, was die Sache natürlich nicht besser macht. Aber dass sich jemand sozusagen auf einer Party zu Tode trinkt, davon habe ich noch nie zuvor gehört.

Jetzt habe ich vorher in den Nachrichten gesehen, dass es Diskotheken gibt, die auf ihrer Homepage speziell Minderjährige ansprechen und zu ihren Partys locken. Dabei hilft ein Formular, was heruntergeladen werden kann und mit dessen Hilfe die Eltern die Aufsichtspflicht über ihre Kinder auf eine beliebige volljährige Person übertragen können. Wer macht von sowas Gebrauch? Wie kann so etwas denn zulässig sein?
Auch ich habe als gerade Erwachsener vielleicht mal zu viel getrunken, aber das, was man da in letzter Zeit in den Medien hört, scheint mir ein ganz neues Ausmaß zu sein.

Die Fragen, die sich mir da förmlich aufdrängen: Wo sind da die Eltern? Was machen die Wirte und Diskobetreiber?

Ich bin gespannt, welche neuen Erlässe und verschärften Beschränkungen die Politik hervor bringen wird. Meiner Meinung nach muss dieser Form der Selbstzerstörung sofort Einhalt geboten werden und die Verantwortlichen sollten über Begriffe wie Moral und Jugendschutz nachdenken... 

29.3.07 19:29

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Der Bote / Website (29.3.07 20:01)
Da wirken mehrere Faktoren zusammen: Leichte Verfügbarkeit von Alkohol, lasche Kontrollen, gewissenlose Geschäftemacher, Herdentrieb, zu wenig Achtung vor dem eigenen Körper und die Einstellung "Verantwortung ist unsexy".


Stefan / Website (30.3.07 07:55)
Wobei man sich nicht blenden lassen sollte. Die Medien haben ein neues Thema, was jetzt durchs Dorf gejagt wird und so hat man das Gefühl, die Jugend befindet sich im kollektiven Komasaufen. Es ist richtig und wichtig, das Thema zu behandeln, aber man sollte auch nicht den Eindruck erwecken, unsere Jugend befindet sich im Dauersuff.

Meine Tochter ist 16 und hat auch Erfahrungen mit Alkohol. Aber bis jetzt konnte sie noch immer gerade aus schauen und sich vernünftig artikulieren. Ich denke, als Elternteil muss man insofern loslassen können, dass sie ihre Erfahrungen in Sachen Alkohol machen muss und man ein Auge darauf hat, wenn ein bestimmter Punkt überschritten wird. Nicht leicht, aber ein Verbot macht die Sache höchstens reizvoller.


Daniela / Website (1.4.07 21:01)
Ich arbeite ja als Erzieherin in der Jugendarbeit und wir bekomemn diese Komasaufen hautnah ja mit.Schlimm wie die Diskothekenbesitzer damit umgehen, völlig verantwortungslos,hauptsache Profit


Ritter / Website (2.4.07 15:51)
@Stefan
Ich denke auch, dass natürlich in den Medien nur über die Fälle berichtet wird, in denen die Betroffenen eben in keinster Weise ihren Alkoholkonsum unter Kontrolle haben. In der Tat sollte man nicht vergessen, dass es auch Jugendliche gibt, die genug Verantwortungsbewusstsein haben. Ich denke (und hoffe, dass diese Leute in der Mehrheit sind.
Trotzdem fällt auf, dass junge Menschen immer früher mit dem Alkohol anfangen - erst letzens habe ich erfahren, dass im Durchschnitt das Einstiegsalter nur noch bei 11,8 Jahren liegt. Und diesen Trend finde ich dann schon besorgniserregend. Ebenso wie das Verhalten mancher Wirte und Diskobetreiber, deren größtes Interesse es zu sein scheint, Geld zu verdienen.

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