Dies und Das

Nachtrag

Ich habe mich entschieden: Ich werde nicht mit zur Beerdigung meiner Tante mitfahren. Gestern habe ich das meiner Familie mitgeteilt und jeder hatte dafür Verständnis. Ich bin froh, dass ich zu einer Entscheidung gekommen bin. Ich habe mir überelgt, aus welchen Gründen ich mitgefahren wäre und kam zu dem Entschluss, dass es nicht die Gründe gewesen wären, aus denen man eigentlich zu einer Beerdigung gehen sollte. Ich bin natürlich trotzdem traurig, dass meine Tante gestorben ist, aber auch wenn ich an ihrem Grab stehen würde, würde es nichts an den Umständen ändern. Und nur aufgrund gruppendynamischer Prozesse dort zu sein, wäre einfach nicht richtig. So kann ich mich auf meine eigene Art von ihr verabschieden. Hinzu kommen natürlich auch die organisatorischen Schwierigkeiten, die beruflich bestanden hätten.

Meine älteste Schwester hat einen ziemlich krassen Gedanken formuliert, den ich zugegebenermaßen auch schon hatte: Sie hat mir gesagt, dass sie ein Stück weit froh ist, dass ich nicht mitkomme. So wäre noch jemand "da" falls Ihnen unterwegs etwas zustoßen sollte, der sich um die Jungs kümmern könnte (meine beiden Schwestern haben ingesamt vier Söhne), schließlich sitzt ja fast die ganze Familie in einem Auto. Aber auch wenn man es in der Tat nicht ausschließen kann, beschäftige ich mich mit diesem Gedanken erstmal nicht. 

Ich fühle mich jedenfalls besser, dass die Entscheidung gefallen ist und am Montag werde ich sicher viel an meine Familie denken. 

2 Kommentare 24.3.07 15:56, kommentieren

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Entscheidungen

Ich muss mich entscheiden, ob ich am Montag mit meinen Eltern, meinen Schwestern und deren Männern zur Beerdigung meiner Tante fahre. Wären die Umstände nicht so kompliziert, wäre es eine leichte Entscheidung. Ich würde mitfahren.

Aber es ist kompliziert. Es fängt schon damit an, dass ich am Montag nicht einfach so von der Schule wegbleiben kann. Mein Unterricht, der ausfallen würde müsste nachgeholt werden. Das Problem ist aber , dass aufgrund dessen, dass die Klassen oder ich z.T. auch nachmittags Unterricht bzw, andere verbindliche Termine haben, ein Termin für Nachholunterricht kaum zu finden wäre. Meine Chefin hat lange alles durchdacht, überlegt, wie es machbar wäre, aber wir bekommen es einfach nicht ganz hin. Einfach gehen lassen kann sie mich nicht. Da könnte sie Probleme bekommen. Mich einfach krank melden will ich nicht, da wir eh schon knapp besetzt sind und meine Kollegen eh schon immer viel für einander (also auch für mich) tun und getan haben. Außerdem haben wir momentan auch noch ein paar kranke Kollegen. Hinzu kommt, dass ich mir gar nicht ganz sicher bin, ob ich unbedingt hinfahren will, oder ob ich mich viel mehr dazu gezwungen fühle. Ich muss nicht unbedingt mit vielen anderen Menschen am Grab stehen, um Abschied zu nehmen. Da kann ich das eh nicht so machen, wie ich es tun würde wenn ich allein wäre. Das heißt nicht, dass ich nicht traurig bin, aber es ist einfach nicht mein Ding, in "großer Runde" zu trauern - sowas mache ich lieber mit mir selber aus. Mein Vater hat gesagt, niemand würde es mir verübeln, wenn ich nicht mitkäme. Trotzdem denke ich, dass es meine Familie von mir erwartet. Mir ist oftmals egal, welche Erwartungen man an mich hat bzw. was man über mich denkt - aber wenn es sich dabei um die eigene Familie handelt, liegt die Sache halt nochmal anders. Es ist alles nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn man selber nicht weiß, was man eigentlich fühlt und will. Ich muss zugeben, dass ist eine neue Erfahrung für mich.

Nunja, wenn ich morgen nicht noch was wegen dem nachzuholenden Unterricht ausknobeln kann, wird mir die Entscheidung abgenommen. Vermutlich gibt es da kein richtig oder falsch - egal wie, ich werde so oder so kein richtig gutes Gefühl haben... Von daher, kann ich auch wieder etwas ruhiger an die Sache gehen, weil meine Erwartungen an meine Entscheidung ja somit nicht allzu hoch sein können. Es wird kommen, wie es soll. Trotzdem bin ich froh, wenn der Montag vorbei ist und ich mir meine Gehirnwindungen deswegen nicht mehr zu verknoten brauche.

 

 

1 Kommentar 21.3.07 21:38, kommentieren

Harter Tag

Heute war ein langer Tag. Nach einem Vormittag mit sechs Schulstunden bei den "Kleinen" stand am Nachmittag die Schulanmeldung der künftigen Erstklässler an. Knapp 30 Gespräche mit Eltern und Kindern, die ich in den letzten Monaten im Kindergarten besucht und beraten hatte. Ausfüllen von zig Formularen, versuchen letzte Unsicherheiten zu beseitigen. Nach 11 1/2 Stunden Feierabend. Außer der Länge des Tage , der einfach körperlich und geistig etwas geschlaucht hat, lief es bis dahin eigentlich ganz gut. Dann bin ich nach Hause gekommen, mit einem ziemlich leeren Kopf. Ich hatte mich gerade hingesetzt und angefangen etwas abzuschalten, da klingelt das Telefon. Mein Vater war dran und teilte mir mit, dass meine Tante heute morgen gestorben ist. Das kam nicht ganz überraschend, aber dennoch schneller als erwartet. Leider kannte ich sie kaum, weil ich als Kind so wenig Kontakt zu ihr hatte, weil wir sie aufgrund großer räumlicher Distanz fast nie besucht haben. Zuletzt hatte ich sie vor drei Jahren gesehen. Die Tatsache, dass ich nur wenig Bezug zu ihr hatte, führt dazu, dass es mich nicht so hart trifft. Aber obwohl ich sie nicht gut kannte, fallen mir eine Menge Dinge ein, die sie sehr liebenswert machen. Herzlichkeit, ein liebenswerter Dialekt,  sie war oftmals für viele Menschen in schwierigen Lagen da,  Pakete mit tollen Leckerein, aus der Heimatregion meiner Eltern, Hilfspakete für die Menschen in der DDR, die in unmittelbarer Nachbarschaft lag und die durch Zäune und Minenfelder in Sichtweite stets präsent war. Ich bin überzeugt davon, dass sie  ein sehr guter Mensch war. Als Kind stellte die große Entfernung sicher ein Hindernis dar, in den letzten Jahren hätte ich durchaus die Möglichkeit gehabt, den Kontakt zu intensivieren. Hab ich aber nicht,  vielleicht weil es einfach schwer ist, so auf einmal umzuschalten. Trotzdem bereue ich es jetzt schon. Meine älteren Schwestern kannten sie besser, weil sie eine Weile noch dort aufgewachsen sind, wo meine Eltern ursprünglich herkommen. Sie sind von dieser Nachricht also sehr bewegt, ganz zu schweigen von meinem Vater, der vorhin am Telefon zwar um Fassung bemüht war, aber ich habe deutlich gespürt wie es ihm gerade geht. Um ihn mache ich mir jetzt schon einen Kopf, weil er in unserer Familie derjenige ist, der am wenigsten seine Gefühle rauslässt. Und nicht nur ihm führt der Tod meiner Tante vor Augen, welche Generation eben diejenige ist, die sich mit dem Thema Sterben als nächste besonders auseinander setzen müssen wird.

Für meine Tante war es sicherlich eine Erlösung, bevor sie die Leiden, die sicherlich noch gekommen wären, durchleben mussten. Sie ist einfach eingeschlafen. Ich denke, dass ist gut so - für sie.
Für heute reichts mir. Jetzt muss ich erstmal tief durchatmen, zur Ruhe kommen, bis ich wieder denken kann.  Alle weiteren Entscheidungen treffe ich die nächsten Tage. Jetzt bin ich einfach nur müde und kann eh keine vernünftigen Gedanken mehr fassen. Jetzt komm ich erstmal wieder zur Ruhe - morgen ist ein neuer Tag.

 

 

2 Kommentare 20.3.07 20:50, kommentieren

Schönes Wochenende

Und schon ist wieder Sonntag, die neue Woche mit vielen und vor allem langen Terminen nähert sich. Ein Grund mehr sich auch mal Freizeit zu gönnen, einfach geniale Dinge zu tun und die Zeit zu genießen. So wie an diesem Wochenende zum Beispiel:

Gestern kam nachmittags ein richtig guter Freund zu Besuch. Wir sind dann gemeinsam nach Stuttgart gefahren, wo wir uns mit 2 weiteren guten Freunden getroffen haben, um das TOTO Konzert in der Porsche Arena zu besuchen. Die Karten hatten wir einem aus unserer Runde zum Geburtstag geschenkt. Ich hatte zunächst nicht allzu große Erwartungen an den Abend, weil ich Toto nicht so gut kannte und dachte, die machen eher langsamere Musik. Klar kannte ich die Klassiker wie "Hold the Line" oder "Africa" aber das wars dann auch schon mit meinen Kenntnissen. Da hab ich dann aber ne gewaltige Überraschung erlebt: TOTO rockt! Die haben eine richtig coole Show gemacht und klasse Musik. Sie haben eine gelungene Mischung aus älteren Stücken und neueren von der aktuellen Platte "Falling in between" gespielt. Und zwischendrin gab es immer wieder witzige Einlagen des Gitarristen und richtig gute Solos, wobei vor allem das Schlagzeug - Solo genial war.

Heute haben wir uns dann nochmal in der Stadt getroffen und in aller Ruhe einen Kaffee getrunken und dabei den gestrigen Abend Revue passieren lassen. Anschließend hab ich dann meinen Kumpel, der bei mir übernachtet hatte, zum Bahnhof begleitet und jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt. Das tolle an solchen Wochenenden ist, dass es uns immer an die alten, unbeschwerten Zeiten erinnert. Dann ist es immer, als wäre man gar nicht älter geworden.

Leider ist der Clip von Falling in Between nicht mehr verfügbar, darum hier ein Livemitschnitt von der aktuellen Tour:

1 Kommentar 18.3.07 16:05, kommentieren

Nebelparder als neue Tierart identifiziert

Fasziniert habe ich in den Nachrichten verfolgt, dass eine neue Tierart auf der Insel Borneo entdeckt wurde: der Nebelparder (Clouded Leopard). Dabei kennt man diese Katzenart schon seit längerem (s. z.B. Wikipedia), es wurde aber jetzt durch eine Genuntersuchung festgestellt, dass es sich bei der Raubkatze um eine eigene Art handelt. Noch dazu ist die Population auf Borneo sehr groß, was ja gerade auf den indonesischen Inseln nicht mehr selbstverständlich ist (vgl. Orang Utans auf Sumatra).

Ich finde es klasse, dass unser Planet doch noch die eine oder andere Überraschung parat hält.

 

2 Kommentare 16.3.07 18:01, kommentieren

Netter Empfang

Nachdem ich ja die letzten drei Arbeitstage nicht zur Arbeit gehen konnte, war heute wieder mein erster Tag in der Schule. Mit unterschwelliger Nervosität bin ich früher als sonst zur Schule gefahren, um zu schauen, was alles in meiner Abwesenheit geschafft wurde.

Da ich noch nicht 100%-ig fit bin hatte ich mir vorgenommen, allem sehr gelassen zu begegnen, auch wenn einzelne Situationen schnell stressig werden können.

Dann nach einer Stunde in einer anderen Klasse, kamen meine Erstklässler und da gings mir doch gleich noch mal besser. Strahlend kamen sie herein, ich hörte schon Weitem "Er ist wieder da" oder einen trockenen Kommentar, der mir aber mit einem Lächeln serviert wurde: "Na endlich!"

In solchen Momenten weiß ich wieder, warum ich diesen Job mache...

Schade, dass ich hier nichts oder nur gaaanz wenig von meinem Arbeitsalltag schreiben darf, wenngleich es natürlich sinnvoll ist.

7 Kommentare 12.3.07 20:07, kommentieren

Werden Frauen benachteiligt?

Anlässlich des Weltfrauentages letzte Woche, aber auch aufgrund verschiedener Gespräche und Kommentare, und nicht zuletzt wegen der Diskussion in der Öffentlichkeit habe ich mich gefragt, ob es den Frauen wirklich so schlecht geht in Europa, speziell in Deutschland.

Ich kenne keine Frau persönlich, die im Vergleich zu Männern innerhalb der Gesellschaft benachteiligt ist. Dennoch höre und sehe ich im Fernsehen immer wieder Debatten, die sich genau um diesen Punkt drehen. Die Tatsache, dass es früher nicht so war, halte ich für unbestritten. Aber die Frauen haben im Zuge der Emanzipation vieles erreicht und das finde ich auch gut so. Aber ist es denn heute wirklich auch noch so schlecht um die Gleichberechtigung bestellt? Diese Frage stelle ich mir wirklich und aus dem was ich so erlebe, scheint es mir nicht so zu sein. Es mag sicherlich den einen oder anderen Bereich geben, wo Frauen eventuell anders behandelt werden als Männer. Aber auch umgekehrte Situationen gibt es heute. Erst letzens wurde ein Urteil gesprochen, dass ein Mann keine heimlichen Vaterschaftstests durchführen lassen darf, auch dann nicht, wenn der Mann begründete Zweifel an einer Vaterschaft hat. Hat ein Mann kein Recht darauf zu wissen ob er der leibliche Vater ist? Ein anderes Beispiel: Männer müssen Wehr- oder Zivildienst leisten, Frauen dürfen, wenn sie wollen. Versteht mich nicht falsch, ich fühle mich wohl und nicht von irgendwem unterdrückt, aber wenn Gleichberechtigung dann bitte schön überall.

Wenn es tatsächlich schwerwiegende Benachteiligungen geben sollte, dann fände ich es schon gerecht, daran etwas zu ändern. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Frauen (und ich lege Wert darauf zu betonen, dass ich das nicht verallgemeinern möchte), sich regelrecht auf "die Männer" eingeschossen haben. So habe ich zu Studienzeiten einen Semestergottesdienst erlebt, der von einer evangelischen Pfarrerin abgehalten wurde. In ihrer Predigt ging es darum wie böse und schlecht die Männer waren und sind. Ich dachte erst, dass ich da irgendwas falsch verstanden habe, aber nachdem ich mich mit anderen Studenten und auch Studentinnen ausgetauscht hatte, war mir klar, dass ich nichts falsch verstanden habe. Ich konnte sogar beobachten, wie einige Studenten nach der Predigt zur Pfarrerin gegangen sind und sich aus Protest bei ihr dafür entschuldigt haben, ein Mann zu sein. Also so was geht ja wohl gar nicht. Und ich bin es leid, ständig solche Kampagnen in den Medien zu beobachten, in denen propagiert wird, dass "die Männer" Frauen schlecht behandeln.

Ich möchte keineswegs in Abrede stellen, dass es Frauen gibt, die durch einen Mann schlecht behandelt oder benachteiligt wurden. Aber das gibt es anders herum genauso. In anderen Ländern muss bestimmt noch einiges getan werden aber hier bei uns, so finde ich zumindest, ist eine Ausgewogenheit erreicht.

Ich bin schon sehr gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

5 Kommentare 11.3.07 16:22, kommentieren