Gesellschaft

Nicht zu fassen!

Am vergangenen Wochenende war ich zu Hause in meinem Heimatort, um an den Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag meiner Mutter teilzunehmen.  Wir drei Kinder haben die Feier ausgerichtet, die  im Siedlerheim des Gartenbauvereins stattfand. Beginn sollte 16 Uhr sein, doch bis dahin waren längst noch nicht alle Gäste einegtroffen. So zwischen 16.30 und 17.00 fährt auf einmal ein Streifenwagen vor und die zwei wirklich netten Polizisten teilten uns mit, dass sich jemand beschwert habe, es sei zu laut. Am Samstag Nachmittag um 16.30 Uhr! Die Beamten waren sehr nett und merkten schnell, dass von Lärm nichts zu hören war und sind relativ schnell wieder weg gefahren. Zur Vorsicht haben wir die Gäste, die zum Rauchen vor die Tür gegangen sind trotzdem gebeten, sich nicht so laut zu unterhalten. Die Türen und Fenster haben wir geschlossen gehalten, damit nichts nach außen dringt - und das bei der Hitze!!! Wir wollten sicher gehen, da mein Schwager die Räumlichkeiten gemietet hatte und er seine Personalien angeben musste.

Trotzdem war es ein schönes Fest und im Laufe des Abends war der Vorfall vom Nachmittag fast vergessen. Doch um kurz nach 23.00 Uhr fuhr wieder ein Streifenwagen vor und nachdem er eine Weile vor der dem Haus stand, stiegen die Beamten - diesmal waren es andere - aus und kamen zu uns rein. Es ist unschwer zu erraten, was sie uns gesagt haben: Es lag eine weitere Beschwerde vor. Auch diese Beamten waren sehr freundlich und bestätigten, dass man draußen nichts hören würde und dass sie dies auch in ihrem Bericht ausdrücklich erwähnen würden. Dennoch wiesen sie uns auf die Hausordnung des Heims hin und die besagt nunmal, dass um Mitternacht Feierlichkeiten zu beenden sind. So kam diese 60er - Feier zu einem abrupten Ende, dank netter Nachbarn, die wohl keine anderen Probleme haben, als anderen ihre Geburtstagsfeiern zu versauen. Da krieg ich Plaque von!

3 Kommentare 29.4.07 23:02, kommentieren

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Ist Knut ein tierischer Truman?

Vor höchstens ein zwei Wochen war Knut der kleine Eisbär jeden Tag in den Medien, vielleicht nicht in der Tagesschau aber in den Nachrichten der Privatsender und in einigen Zeitungen. Jetzt hört man von Knut dem Eisbären schon weniger. Und ehrlich gesagt finde ich das gut. Es ist nicht so, dass ich etwas gegen Knut hätte, ich finde ihn auch knuffig aber den ganzen Rummel, der um ihn veranstaltet wurde, war meiner Meinung nach übertrieben. Der Zoo lässt ihn sich als Marke schützen und verkauft Plüschtiere, T-Shirts, Tassen usw. und natürlich dürfen auch die nervtötenden Knut-Klingeltöne für Handys nicht fehlen und klar - nach dem Erfolg von "Schni - Schna - Schnappi" kann man ja auch mal ein "Knuti" - Lied auf den Markt bringen. Wäre das alles auch so gekommen, wenn Knut nicht von seiner Mutter verstoßen worden wäre? Wohl kaum, aber jetzt wird Kohle mit dem Kleinen gemacht und ich frage mich, wie viel davon dem Eisbären oder anderen Tieren zugute kommt. Vielleicht irre ich mich auch und das ganze Geld wird in den Zoo gesteckt aber das kann ich fast nicht glauben.

Und obwohl ich hin und wieder gerne mal Zoos besuche und mir die exotischen Tierarten anschaue, sollte man doch nicht vergessen, dass sie sich dort nicht in ihrem natürlichen Lebensraum befinden. Sollten Eisbären nicht eigentlich in nödlichen Gefilden leben und ihr Eisbärending, wie z.B. Fische und Robben jagen, durchziehen?Auf eine Art ist es ja schön, wenn man Tiere aus allen Regionen der Welt anschauen und sozusagen "live" bewundern kann. Ich will auch nicht bestreiten, dass Zoos für manche Tierarten die letzte Möglichkleit der Arterhaltung sind, aber das ist ja eigentlich das Traurige. Sollte man sich nicht mehr für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume einsetzen, anstatt die Tiere wie in der Trumanshow Tag für Tag auszustellen und auf solche Art wie in Knuts Fall zu vermarkten?

 

4 Kommentare 2.4.07 16:19, kommentieren

Tod durch Komasaufen

Der Jugendliche, der vor ungefähr einem Monat nach einer "Flatrateparty" ins Koma gefallen war, ist gestorben.  Laut Berichten soll er 50 tequila getrunken haben, wobei die Quellen wohl nicht ganz sicher zu sein scheinen. Letztendlich ist es ja auch nicht relevant ob es 50 oder 30 waren - vielmehr stellt sich da die Frage, wie kann so etwas passieren. Natürlich gibt es schon seit ewigkeiten Leute, die Alkoholprobleme haben und auch daran sterben, aber dann eher an den Langzeitfolgen, was die Sache natürlich nicht besser macht. Aber dass sich jemand sozusagen auf einer Party zu Tode trinkt, davon habe ich noch nie zuvor gehört.

Jetzt habe ich vorher in den Nachrichten gesehen, dass es Diskotheken gibt, die auf ihrer Homepage speziell Minderjährige ansprechen und zu ihren Partys locken. Dabei hilft ein Formular, was heruntergeladen werden kann und mit dessen Hilfe die Eltern die Aufsichtspflicht über ihre Kinder auf eine beliebige volljährige Person übertragen können. Wer macht von sowas Gebrauch? Wie kann so etwas denn zulässig sein?
Auch ich habe als gerade Erwachsener vielleicht mal zu viel getrunken, aber das, was man da in letzter Zeit in den Medien hört, scheint mir ein ganz neues Ausmaß zu sein.

Die Fragen, die sich mir da förmlich aufdrängen: Wo sind da die Eltern? Was machen die Wirte und Diskobetreiber?

Ich bin gespannt, welche neuen Erlässe und verschärften Beschränkungen die Politik hervor bringen wird. Meiner Meinung nach muss dieser Form der Selbstzerstörung sofort Einhalt geboten werden und die Verantwortlichen sollten über Begriffe wie Moral und Jugendschutz nachdenken... 

4 Kommentare 29.3.07 19:29, kommentieren

Intoleranz gegenüber behinderten Menschen

Die Tatsache, dass ich meinen Zivildienst damals in einer Tageseinrichtung für körperlich und geistig Schwerstbehinderte abgeleistet habe, macht mich natürlich nicht zu einem Diplom - Pädagogen oder zu einem Kinder- und Jugend Psychotherapeuten, aber was ich da unlängst aus meiner Geburtsstadt Villingen hören musste, macht mich fassungslos und sauer. Ihr habt vielleicht davon gehört, es war in manchen Zeitungen und im Radio:

Anwohner in einem Wohngebiet in dieser Stadt, wollen verhindern, dass in ihrer Nachbarschaft ein Wohngebäude für geistig Behinderte errichtet wird. Wortführerin ist hierbei eine Frau, welche die oben genannten Titel inne hat. Mongoloide und demente Menschen seien oft distanzlos, sie selbst hätte solche Menschen auch schon als Patienten erlebt und sei auch schon angegriffen worden. Jetzt haben Anwohner Angst und befürchten Übergriffe auf ihre Kinder, besonders deshalb, weil der Bauplatz des Vorhabens gegenüber einem Kindergarten liegt, dessen Erzieherinnen jedoch keine Bedenken haben.

Bei den Äußerungen der "Fachfrau" fehlen mir schlicht weg die Worte, um auszudrücken wie abstoßend ich es finde, so etwas kund zu tun und dann auch noch öffentlich. Zumal der Begriff "mongoloid" auch noch politisch inkorrekt ist und allgemein als diskriminierend angesehen wird.

Zugegeben, meine ersten Wochen des Zivildienstes waren gewöhnungsbdürftig und ja, auch ich habe das eine oder andere Mal etwas abbekommen. Dabei handelte es sich aber um besondere Fälle und Situationen. Bei den Menschen, die für das geplante Wohngebäude vorgesehen sind, handelt es sich aber laut einem Caritassprecher um sorgfältig ausgewählte, die nur leicht behindert sind. Die Einrichtung, in der ich tätig war, ist wie bereits oben erwähnt, für Schwesrtbehinderte konzipiert und trotzdem habe ich dort sehr oft erlebt, wie gefühlvoll und sensibel gerade Behinderte Menschen sind. Die Zeit in dieser Einrichtung hat mich persönlich in vielen Dingen weiter gebracht und ich bin bis heute froh, darüber, dass ich dort arbeiten durfte. Deshalb schäme ich mich für die Äußerungen dieser Diplom-Pädagogin umso mehr.

Wenn ihr euch näher für dieses Thema interessiert, hier noch ein paar Links:

http://www.dia-blog.de/

Südkurier

Boenningheimerzeitung


5 Kommentare 15.3.07 20:35, kommentieren